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Geschichte der Bierzelte |
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Ein Teil des "Nationalfestes" war stets der Geselligkeit bei Essen und Trinken und spielerischen Vergnügungen gewidmet. Schon beim Pferderennen 1810 wurde Bier ausgeschenkt, allerdings noch nicht auf dem Oktoberfestgelände, sondern auf der Sendlinger Anhöhe. In den folgenden Jahren war der Bierausschank in einfachen Bretterbuden untergebracht. Die Gäste konnten ihr Bier und die mitgebrachte Brotzeit auf Bänken und Tischen unter freiem Himmel zu sich nehmen.
Bildergalerie: Wirtsbuden - Bierburgen - Brauereifestzelte
Zwischen 1820 und 1830 vergrößerten sich die Wirtsbuden und boten vermehrt witterungsgeschützte Plätze in geschmückten Holz-Leinwand-Hütten. Zur Belustigung der Zuschauer arrangierten die Wirte Spiele wie Sackhüpfen, Hosenrennen oder Baumklettern, gliederten ihren Buden Kegelbahnen an und richteten Tanzflächen ein. Sie waren somit laut Überlieferung die ersten Vergnügungsunternehmer auf dem Münchner Oktoberfest.

Durch das Vordringen der Schaustellerei gegen Ende des 19. Jahrhunderts und der Wandlung der Wirtsbuden zu Riesenbierhallen verschwanden die Wirtsvergnügungen. Anstelle der Schauattraktionen trat nun die musikalische Unterhaltung im Bierzelt in den Vordergrund. Der Festwirt Georg Lang beschäftigte 1898 in seiner Riesenhalle die erste festangestellte Hauskapelle und legte damit den Grundstein zur "klassischen" Bierzeltunterhaltung auf dem Oktoberfest.
1907 wurden die 18 kleinen Buden der Wirte durch sechs größere Hallen der Brauereien ersetzt. Dies ist Ausdruck der Inbesitznahme des Festes durch die Münchner Großbrauereien. Nach der, durch den Ersten Weltkrieg verordneten Zwangspause des Oktoberfestes gingen die Brauereien 1925 an die Herstellung neuer, großer und repäsentativer Brauereifestzelte. Sie wurden, nach der Auflösung des Wirtsbudenrings, entlang der Wirtsbudenstraße errichtet und waren die Grundlage für die heutige Anordnung der Festzelte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand 1949 erstmals wieder das Oktoberfest statt. In den 1950er Jahren erfolgte größtenteils eine Neugestaltung der Zeltfassaden. Die Neben- und Rückseiten blieben meist ungeschmückt - das gestalterische Interesse reduzierte sich auf "eine" Schauseiten zur Wirtsbudenstraße hin. Von einigen Ausnahmen abgesehen entstand, in Bezug auf die oberbayerisch-bäuerliche Architekturform des Einfirsthofs, die bis heute gültige Form der Oktoberfestarchitektur.
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